Theorie
Magnetische Werkstücke
Ursache
Die Ursachen für die Aufmagnetisierung von Werkstücken sind sehr vielfältig und lassen sich in der Praxis nicht immer einfach ermitteln. Es sind aber in der Regel künstlich erzeugte Magnetfelder, welche in der unmittelbaren Umgebung der Werkstücke wirken. Diese können ungewollter Art oder gewollten Ursprungs sein, z. b. Magnettransport, Linearschwinger, Induktionshärtung, Magnetgreifer, Magnetspannvorrichtungen usw.
Mechanische Vibration und Kaltverformung unter Einwirkung dieser Magnetfelder verstärken oder begünstigen den Vorgang der Aufmagnetisierung.
Auswirkung
Die Auswirkungen können folgende sein:
- Metallspäne und Schleifstaub kleben am Werkstück
- Sinterwerkzeuge verschleißen schneller
- Stillstandszeiten bei Robotern oder Beschickungsautomaten, weil Teile aneinander haften
- Magnetfeld Sensoren werden fälschlich aktiviert
- Messfehler bei hochempfindlichen Messinstrumenten
- Fehlerhafte Schweißnähte
- Elektronenstrahlschweißen wird unmöglich
- Schichtdicke beim Hartverchromen ungleichmäßig
- Titannitrit-Beschichtungen:
Ungleichmäßige Verteilung des gasförmigen Beschichtungswerkstoffs - Kanten brechen beim Drahterodieren ab

Entmagnetisierung
In einem ferromagnetischen Kristall ist eine größere Anzahl von Atomen immer einheitlich ausgerichtet.
Dieser einheitliche Bereich kann von außen als ein Bezirk (Weißscher Bezirk) betrachtet werden (Rauminhalt 0,001 bis 0,1 mm³).
Haben diese Bezirke ebenfalls dieselbe Ausrichtung, ist das Werkstück messbar magnetisch.

Die Entmagnetisierung erfolgt nun dadurch, dass durch äußere Einflüsse die homogene Ausrichtung der Weißschen Bezirke zerstört und eine extreme Unordnung erzeugt wird, damit sich die magnetische Wirkung der einzelnen Bezirke nach außen hin neutralisiert.

In der Praxis werden zum Entmagnetisieren vor allem die folgenden Methoden angewandt:
- Das Werkstück wird in ein starkes magnetisches Wechselfeld gelegt, welches in seiner Stärke langsam bis auf Null reduziert wird.
- Das Werkstück wird mit langsamer und konstanter Geschwindigkeit durch ein starkes magnetisches Wechselfeld transportiert.
- Das Werkstück wird auf über 800 °C (über den Curie-Punkt) erwärmt und an einem magnetisch neutralen Ort (nur dem magnetischen Erdfeld ausgesetzt) langsam abgekühlt
Da die Wirkung des entmagnetisierenden Wechselfeldes nur optimal ist, wenn es dieselbe Richtung wie das Magnetfeld des Werkstückes hat, sind verschiedene Methoden zur Erzeugung des entmagnetisierenden Feldes notwendig ( Entmagnetisierungsspule, Entmagnetisierungsjoch).
